Bericht über den Hilfstransport nach Bosnien vom 06.06. bis 10.06.07
Teilnehmer: 5
Übernahme des Fahrzeugs der Stadt Ingolstadt am Mittwoch den 06.06.07 um 15.00 Uhr
Abfahrt von Böhmfeld nach vorheriger Beladung um ca. 18.00 Uhr
Ankunft in Bosnien -Grenzübergang Slovanki Brod am 07.06.07 am Morgen um 06.00 Uhr.
Erhebliche Probleme durch den Zoll im serbischen Bereich, da die Papiere für den Materialtransport nicht ausreichend waren. Nach den vermutlich neuen Bestimmungen muss vom Empfänger des Hilfstransportes bestätigt werden, dass es sich um einen humanitären Hilfstransport handelt und die Waren nicht weiterverkauft werden. Die mitgeführte Bescheinigung der bosnischen Behörde, dass der Verein als Hilfsorganisation
eingetragen ist war für den Zeitraum 2004/2005 ausgestellt, diese Bescheinigung wurde nicht anerkannt. Unsererseits wurden darauf eine erhebliche Anzahl von Anrufen nach Deutschland
und im Bereich Bosnien mit dem Handy geführt, um Hilfestellung zu erhalten.
Der Zöllner führte mit dem Handy von Herrn W. ein längeres Gespräch mit dem Schuldirektor K., da dieser ein Fax mit der notwendigen Bestätigung an die Zollbehörde senden sollte. Die Regelung bedurfte einen Zeitaufwand von ca. vier Stunden bis wir weiterfahren konnten. Der private Zollhof verlangte noch 28 € als Standgebühr für die Einfahrt in das Gelände, die Zahlung des Betrages wurde unsererseits verweigert, wir konnten nach einiger Diskussion unsere Fahrt um ca. 10.00 Uhr fortsetzen.Ankunft in Gracanica bei Herrn B. um ca.11.30 Uhr im Anschluss nach einer Pause, Weiterfahrt zu D. in den Raum Kakanj. Ankunft dort um ca.15.00 Uhr. Fahrdauer ca. 20/21 Stunden. Besuch bei Schuldirektor K. am 07.06.07 um ca. 17.00 Uhr – für die Fahrt nach Vukanovici war es bereits zu spät. Übernachtung bei D..
Freitag:08.06.07
Fahrt nach Trsce zum Kindergarten und der Schule. Besichtigung des Kindergartens mit Übergabe der Geschenke des Kindergartens St. Anton aus INGOLSTADT. Einsicht in die Abrechnungsunterlagen von Kindergärtnerin D. und Mitnahme von Kopien. Vorführung von Liedern durch die Kinder. Übergabe von Schulmaterial und PC der Stadt Ingolstadt und Kleiderspenden an den Schuldirektor K..
Fahrt zur Kinderbetreuungseinrichtung in Vukanovici
Übergabe eines PC mit Zubehör an den Pfarrer V.. Übergabe der Geschenke des Kindergartens St. Anton, und Sachspenden.
Besichtigung der Betreuungseinrichtung:
Der Raum ist sehr spartanisch eingerichtet und war zum Besichtigungszeitpunkt nach unserer Meinung zu kalt (ein Holzofen ist vorhanden). In der Einrichtung befinden sich derzeit 10 Kinder, die von einer Mutter betreut werden. Diese ist derzeit schwanger, der Endbindungstermin wurde mit September angegeben. Über Pfarrer V. und Frau J. wurde uns mitgeteilt, dass die Schwester von S. (Frau M.) ab dem Zeitpunkt die Kinderbetreuung übernimmt. Besuch von zwei Bedürftigen alten Leuten und Übergabe von Sach- und Kleiderspenden in Vukanovici und Zlokuce. (der alte Postbote und die Zwillinge sind nicht mehr in Zlokuce – in Vukanovici waren von den über den Winter bisher unterstützten alten Personen noch zwei anwesend).
Besuch der Schule in Vukanovici:
In der Schule befinden sich derzeit 14 Kinder, es wurde Schulmaterial, ein Drucker, sowie Sach,-und Kleiderspenden übergeben. Im Anschluss – Rückfahrt zu D. bzw. zu Schuldirektor K. der uns eingeladen hatte. Einkauf von notwendigem Material ( Toilettenpapier, Seifen, Malsachen, Tee u.s.w. für den Kindergarten in Beisein von D. in Kakanj. Nach Auskunft von D., waren seit dem Umbau keine Soldaten vor Ort, so dass auch keine Materialspenden (Toilettenpapier usw.) abgegeben wurden. Für den Einkauf wurden Spenden von den Mitreisenden Herrn N. und Herrn J. von jeweils 50 € verwendet.
Samstag: 09.06.07
Transport des eingekauften Materials zum Kindergarten in Trsce, im Anschluss Rückfahrt zu D.. Verabschiedung, Rückreise zu Herrn B. nach Gracanica mit anschließender Weiterfahrt
nach Deutschland. Ankunft in Böhmfeld am Sonntag den 10.06.07 um ca. 08.00 Uhr.
Fahrzeugübergabe an die Stadt Ingolstadt am Montag den 11.06.07 um 06.30 Uhr.
Zusammenfassung:
Der Hilfstransport ist im Ganzen bis auf die Probleme am Zoll zufriedenstellend verlaufen.
Grundsätzlich sollte die kostenlose Nutzung eines Fahrzeuges mit größerem Stauraum weiterhin versucht werden, da eine erhebliche Menge an Sachspenden wieder nicht vor Ort gebracht werden konnten und diese bis zum nächsten Transport bei uns in Böhmfeld eingelagert sind, weiterhin sind im Gesundheitsamt noch 4 PC, Monitore und einige Drucker
eingelagert, die bei der nächsten Fahrt unbedingt mitgenommen werden müssen. Von den bislang über den Winter finanziell unterstützten Personen sind lediglich noch zwei
(drei) vorhanden, hier könnten bei Beendigung der finanziellen Unterstützung einige Kosten
eingespart werden. Die Unterlagen von D. sollten überprüft werden, nach grober Einsicht in die Unterlagen ist ein finanzieller Gewinn durch die Elternbeiträge vorhanden, wenn sich dieser für die nächste Zeit stabilisiert könnte hiervon möglicherweise ein Teil des Gehaltes von Dana finanziert werden. Dies wäre auch in unserem Sinn (Hilfe zur Selbsthilfe) wenn sich der Kindergarten in Zukunft selbst tragen könnte. Der Umbau, sowie die Einrichtung des Kindergartens entspricht dem deutschen Standart. Die Kinderbetreuungseinrichtung in Vukanovici war zum Besichtigungszeitpunkt sehr spartanisch eingerichtet und sollte etwas farbenfroher und kinderfreundlicher gestaltet werden. Anzumerken ist, dass die Umbau,- und Einrichtungsarbeiten vermutlich noch nicht ganz abgeschlossen sind. Es fehlt sicherlich auch noch an Erfahrung zur Raumgestaltung seitens des Pfarrers und der kinderbetreuenden Mutter. Spielsachen sind derzeit ausreichend vorhanden. Die Schule in Trsce ist baulicherseits immer noch in dem uns bereits bekannten maroden Zustand. Tatsache ist aber, dass ich diese unhygienischen Toilettenanlagen auf Grund meiner beruflichen Tätigkeit als Hygieneinspektor bereits geschlossen hätte, aber wir dürfen eben die baulichen Zustände nicht mit unserem Standart vergleichen. Sollten wir Auflagen zum Betrieb für den Kindergarten bei Begehungen durch bosnische Behörden erhalten, wäre ein Hinweis auf die Zustände in der Schule sicherlich sinnvoll.